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Areal am Markt

Streit ums Prinzip oder Suche nach einer akzeptablen Lösung

Streitgespräche sind nützlich und können die Lösung eines Problems konstruktiv beeinflussen. Bei der gegenwärtigen Diskussion über das Areal am Markt entsteht jedoch der Eindruck, dass jede der beteiligten Parteien ums Prinzip und nicht unbedingt um sachliche dem Wohle der Stadt Altenburg dienenden Lösungen streitet. Das Areal am Markt ist ein wichtiger Teil der innerstädtischen Bebauung, sollte auch so behandelt und nicht zerredet werden. Die Bebauung hat, und darin scheinen sich alle Beteiligten einig zu sein, sowohl denkmalpflegerische als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu genügen. Wenn Einigkeit über diesen Ansatz besteht, kann es doch nicht so schwierig sein zu einem vernünftigen dem Wohle der Stadt dienenden Konsens zu gelangen.

Eine Bebauung die von jeder wirtschaftlichen Überlegung abgekoppelt wird, kann und wird es sicher nicht geben. Ebenso wenig sollte in dem sensiblen Bereich des Areals am Markt  der denkmalpflegerische Gedanke, der ja sehr eng an die touristische Verwertung des historischen Potenzials gekoppelt ist, eine ausschließliche Rolle spielen. Die Bebauung muss jedoch unbedingt den Forderungen der Gestaltungssatzung genügen. Das bezieht sich aber in erster Linie auf die äußere Gestaltung der Bebauung.

Sicher sind neue Großmieter, die als sogenannte Ankermieter fungieren, wie auch kleine feine Läden und viel Grünflächen wünschenswert. Wenn sich derartige Forderungen aber in ihrer ganzen Breite wirtschaftlich nicht verwirklichen lassen, muss eben unter Beteiligung aller Interessengruppen ein vernünftiger Konsens gefunden werden. Dazu bedarf es aber auch der Bereitschaft danach zu suchen und nicht eines in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streites, dem der unangenehme Geruch eines Streites ums Prinzip anhaftet. Was sich uns überhaupt nicht erschließt ist beispielsweise der Ruf nach großen Wohnungen für Führungskräfte. Erstens entsteht die Frage für welche Führungskräfte und zweitens ist Altenburg eine ehemalige Residenzstadt, in der in vergangenen Zeiten auch fürstlich gewohnt wurde. Die großen Wohnungen sind vorhanden, aber nur sehr schwer oder gar nicht zu vermieten. Sie sind nachgerade Ladenhüter.

Ein Artikel im Kurier vom 05.06.2010 war überschrieben „Realität trifft auf Wunschdenken“. Die Realität ist, dass gegenwärtig das Areal am Markt aus unbewohnten teilweise ruinösen Gebäuden und Brachflächen besteht. Und das im Herzen der Stadt! Das Wunschdenken besteht darin den Komplex im Stil eines vergangenen Jahrhunderts zu bebauen.

Eine Professorin aus Köln, die 1991 im Goldenen Pflug einen Vortrag zum Denkmalschutz gehalten hat, hat den Standpunkt vertreten, dass man an einem Gebäude erkennen muss, wann es gebaut worden ist. Diesem Grundsatz ist man offensichtlich beim Neubau des NKD-Kaufhauses am Markt, dem C&A-Kaufhaus in der Sporenstraße oder dem Wohn- und Geschäftshaus „An der Brüderkirche 3“ gefolgt. Über diese Bauvorhaben wurde nicht so umfänglich diskutiert und heute betrachtet man sie als Selbstverständlichkeit im Stadtbild.

Der Komplex „Areal am Markt“ wird im 21. Jahrhundert gebaut. Demzufolge sollte man auch erkennen, dass dies ein Neubau ist. Sicherlich schrecken die im Bebauungsplan veröffentlichten Fassaden ab. Hier bedarf es aus unserer Sicht Verbesserungen, die in der Ausführungsplanung unbedingt beachtet werden sollten. Wir können aber nicht nachvollziehen, dass mit einer zeitgemäßen Bebauung das Image der Stadt verschlechtert wird. Touristen, die mit ihrem Bus im Johannisgraben ankommen und zum Markt laufen, sehen als erstes den verwahrlosten Komplex gegenüber der Brüderkirche. Freundliche gut gestaltete Fassaden und ein entsprechend gestalteter Platz davor, würden sicherlich einen besseren Eindruck von der Stadt vermitteln.

Wer sich intensiv mit dem „Integrierten Stadtentwicklungsprogramm“ befasst hat, in der Stadtratssitzung am 27. Mai 2010 vorgestellt, müsste sich besorgt fragen: Wie geht es weiter mit Altenburg? Haus & Grund hat diese Frage in einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 21.04.2010 gestellt. Von den anwesenden Vertretern aller Stadtratsfraktionen, die an dieser Podiumsdiskussion teilgenommen haben, wurde gefordert: Kommunalpolitik sollte mit Vernunft betrieben werden und dem Wohl des Territoriums dienen. In diesem Sinne erachten wir es als dringend erforderlich, dass die Vertreter der einzelnen Interessengruppen sich kurzfristig an einen Tisch setzen und eine akzeptable Lösung finden.

Haus & Grund vertritt die Auffassung, dass das vorgelegte Projekt den Wohnanforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Die Bevölkerung, auch der Stadt Altenburg, wird immer älter und die Nachfrage nach modernen barrierefreien Wohnungen größer. Gibt es derartige Wohnungen nicht im Stadtzentrum, werden Mietinteressenten an den Stadtrand oder nach außerhalb ziehen. Im umgekehrten Fall wird ein Synergieeffekt eintreten. Das Beispiel der Bebauung Teichstraße hat dies bestätigt.

Wir hoffen, dass dem Projekt „Areal am Markt“ nicht das gleiche Schicksal beschieden ist wie der Bebauung der Pauritzer Straße. Nachdem diese Bebauung schlecht geredet worden ist, fanden sich keine Bauwilligen. Das Ergebnis ist eine äußerst unansehnliche Fläche in dem einst so geschichtsträchtigem Stadtgebiet. Wir müssen nicht alle Fehler doppelt machen!

 

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Ein Spaziergang vom Johannisgraben zum Markt

1. Erster Eindruck
1. Erster Eindruck
2. Spuren des Verfalls
2. Spuren des Verfalls
3. Wie kann dieses Gebäude gerettet werden?
3. Wie kann dieses Gebäude gerettet werden?
4. Das nächste, vom Verfall befindliche, Gebäude
4. Das nächste, vom Verfall befindliche, Gebäude
5.Das nächste, vom Verfall befindliche, Gebäude
5.Das nächste, vom Verfall befindliche, Gebäude
6. Erster Eindruck vom Stadtzentrum
6. Erster Eindruck vom Stadtzentrum
7. Wie lange soll dieser Zustand noch bestehen bleiben?
7. Wie lange soll dieser Zustand noch bestehen bleiben?
8. Wie lange soll dieser Zustand noch bestehen bleiben?
8. Wie lange soll dieser Zustand noch bestehen bleiben?
9. Wie lange soll dieser Zustand noch bestehen bleiben?
9. Wie lange soll dieser Zustand noch bestehen bleiben?
10. Vom Johannisgraben zum Markt
10. Vom Johannisgraben zum Markt
11. Vom Johannisgraben zum Markt
11. Vom Johannisgraben zum Markt
13. Blick in die Klostergasse
13. Blick in die Klostergasse
14. Blick in die Klostergasse
14. Blick in die Klostergasse
15. Auch in der Vergangenheit wurde komplex gebaut
15. Auch in der Vergangenheit wurde komplex gebaut
16. Alt und neu - städtebaulich gut gelungen
16. Alt und neu - städtebaulich gut gelungen
17. Alt und neu - städtebaulich weniger gut gelungen
17. Alt und neu - städtebaulich weniger gut gelungen
Haus-, Wohnungs- und Grundeigentmerverein Altenburg und Umgebung e. V. Dr. -Wilhelm-Klz-Str. 4  04600 Altenburg