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Contra Betriebskostenspiegel

Stetig steigende Mietnebenkosten sind für ganz Deutschland ein Thema, dass mit Sorge betrachtet wird. Die Reduzierung der zweiten Miete in den Betriebskosten liegt auch im Interesse der Vermieter und Verwalter. Durch niedrigere Betriebskosten lassen sich Wohnungen besser vermieten bzw. eine höhere Nettokaltmiete erzielen, da die Gesamtbelastung des Mieterhaushaltes erträglicher ist.

Eine vergleichende Analyse der Kosten ist daher zu empfehlen und wird durch den Haus-, Wohnungs- und Eigentümerverein Altenburg eV schon seit längerem betrieben.

Der mit großem Presseecho vom Deutschen Mieterbund veröffentlichte Betriebskostenspiegel ist leider nicht geeignet, das Thema sachlich zu beleuchten. Er ist nur eingeschränkt praxistauglich. Folgende Sachverhalte geben uns Anlass zur Zurückhaltung beim Umgang mit dem Zahlenmaterial des Mieterbundes. Die Datenerhebung des Mieterbundes stammt aus den an den Mieterbund zur Überprüfung geleiteten Abrechnungen. Somit fallen zwei Drittel der unstreitigen Abrechnungen aus der Datenbasis heraus. Wenn Sie lediglich die Abrechnungen, die dem Mieter schon überprüfenswert erscheinen, in eine Statistik einbinden, erhalten Sie eine negative Vorauswahl, die kein Abbild der Realität darstellt. Nach Erfahrungen ansässiger Verwaltungsfirmen werden 94 % der erstellten Abrechnungen nicht beanstandet. Diese fehlen dem Mieterbund als Datenbasis.


Die Kostenpositionen dieser negativen Auswahl sind uneinheitlich zusammengefasst. Die zulässigen Varianten der Kostenstellenzuordnung führen zu einer hohen Ungenauigkeit. So können Sie ohne eine falsche Abrechnung zu erstellen, die Kosten des Winterdienstes unter Straßenreinigung, Hausmeister oder eben Winterdienst buchen. Für eine Datenbank mit Vergleichswerten reicht ein solcher gestreuter Mittelwert nicht. Nur eine einheitliche Kostenerfassung erbringt letzten Endes vergleichbare und für einen Kostenspiegel geeignete Zahlen. Mangels eigener Abrechnungsbefugnis wird der Mieterbund hier niemals zu einem brauchbaren Vergleich kommen.

Der Betriebskostenspiegel des Mieterbundes lässt keine liegenschaftsbezogene Kostenkontrolle zu und er bildet insbesondere nicht unterschiedliche Heizungssysteme oder regionale Spitzen ab. Da der Mieterbund keinerlei Erfahrung mit der Bewirtschaftung von Immobilien hat, gelingt es nicht aus den Daten sinnvolle Schlüsse zu ziehen.

Das Thema der stetig steigenden Betriebskosten ist für beide Mietvertragsparteien ein Ärgernis. Es eignet sich nicht für Populismen, wie sie die medienwirksame Verbreitung des Betriebskostenspiegels darstellt. Wir raten daher, die Betriebskosten deutlich im Blick zu halten, um damit für eine optimale Bewirtschaftung Sorge zu tragen. Letztendlich wird eine professionelle Bewirtschaftung sich in deutlich niedrigeren Kosten zum Vorteil von Vermieter und Mieter durchsetzen.

Haus-, Wohnungs- und Grundeigentmerverein Altenburg und Umgebung e. V. Dr. -Wilhelm-Klz-Str. 4  04600 Altenburg